Samstag, 9. April 2016

Kirmes im Dörp



                          Kirmes im Dörp.

                                                  


Den Traktor hört man schon bevor er da ist. Er schleppt einen bunt bemalten Anhänger auf die Gemeinschafts-wiese neben der Schule (zwischen heutigem Spielplatz und Schulhof). Von so einem Ereignis werden wir in unserem Spiel gerne gestört. Die Rangier-Fahrkünste des Traktorfahrers beobachten wir genau. Jetzt steigt er aus und hantiert an der Deichsel des Anhängers herum. Er dreht an einer Kurbel und danach legt er dreieckige Holzkeile vor die Reifen des Kirmeswagens. Dann fährt er mit dem Traktor weg.

Im laufe des Tages wiederholt sich dieser Vorgang noch einige male. Am abend stehen bereits 7 Kirmeswagen auf der Wiese. In unseren Verstecken in der Hagebuttenhecke warten wir bis Ruhe eingekehrt ist. Wir sammeln schon einmal die 10 Pfennigstücke zusammen. Dann geht Matthias rüber zu Mainz und wechselt das Geld in eine feste Mark. In einem unbeobachteten Augenblick ziehen wir aus dem Automaten bei Meier eine Packung Ernte. Jetzt ist Treffpunkt an der Rückseite des Schulgebäudes wo eine Treppe hinunter in den Keller führt. Wir gehen die Treppe hinunter bis zur Türe. Da unten starten wir unsere ersten Rauchversuche die regelmäßig mit Hustenanfällen und Schwindelgefühlen enden.

Anschließen kriechen wir unter die Kirmeswagen und schauen uns einmal an wie die von unten aussehen. Bei manchen Wagen kann man durch Löcher in der Plane oder durch Ritzen zwischen den Holzaufbauten Teile der Kir-mesgeräte sehen. Ketten-karussel und Raupenbahn sind schon mal klar.

Am nächsten Tag schauen wir alle beim Aufbauen zu. Mit und mit nehmen die Geräte Gestalt an. Es wird gehämmert, geschraubt und gezogen. Am Abend sieht man schon das Plateau des Kettenkarussels und die Holzaufbauten der Raupenbahn. Wir laufen zum Judenfriedhof. Auf der Bank werden die letzten Zigaretten geraucht.



Das Wochenende beginnt erst einmal mit Musik. Die Schützen marschieren mit Musikkapelle durch das Dorf.


Das ist immer eine Gaudi und wir Kinder begleiten den Zug durch das ganze Dorf. Mittags öffnet die Kirmes. Jetzt hört man in guter Lautstärke die Hit´s dieser Zeit. Ich nenne einmal ein paar Ohrwürmer.   Banjo Boy, Marina, Wir wollen niemals auseinander gehen, Moonlight, It´s now or never, Ich zähle täglich meine Sorgen, Die Liebe ist ein seltsames Spiel, Itsy Bitsy Teenie Weenie Honululu Strand-Bikini, Kalkutta liegt am Ganges.

An Kirmes gab es immer „schwaze Flaam un Riess“ (Pflaumenkuchen und Reisfladen). Außerdem war es gute Sitte an Kirmes alle Onkel, Tanten, Omas und Opas zu besuchen (wo sollte sonst das Kirmesgeld herkommen?). Beim Kirmesgeld kannte ich keine Gnade. Es wurde bis auf den letzten Groschen verpulvert. Natürlich für Raupenbahn und Kettenkarussel, aber auch für Zuckerwatte, Mandeln, Eis und Fritten.








Ach ja, und man hatte die Chance den Mädchen zu imponieren. Auf der Raupenbahn in Nähe der Kasse war an einer Schnur ein buntes Irgendetwas befestigt. Diese Teil hüpfte während der Fahrt über unseren Köpfen. Einer von den Kirmepittern zog an der Leine so das dieses Ding ständig in Bewegung war. Wer auf Zack war schaffte es das Ding während der Fahrt zu erwischen. Man konnte es dann an der Kasse abgeben und bekam dafür eine Freikarte. Auch konnte man sich an der Kasse einen Schlager für seine Angebetete wünschen. Lässig lehnte man danach am Geländer und suchte den erwünschten Blickkontakt.

Am letzten Tag wurde mit dem Restgeld noch die Schießbude leergeschossen oder Lose gekauft. Dann war die Kirmes auch schon wieder zu Ende.
Das nächste Ereignis war dann das Sportfest wo ein 3m hoher Holzpfahl mit Schmierseife eingeschmiert wurde. Oben an der Spitze hingen an einem Rad die Gewinne. Wer trotz Schmierseife den Pfahl hochklettern konnte hatte gute Chancen da oben einen tollen Gewinn abnehmen zu können. Aber davon mehr beim nächsten mal.


Freitag, 8. April 2016

Und täglich grüßt das Murmeltier



 Wenn sich alles wiederholt. Ein Morgen wie jeder andere.






 
Weit, weit entfernt kräht ein Hahn. Langsam etabliert das Unterbewußtsein einen unangenehmen Gedanken. Die Empfin-dungsstärke der Sinnesorgane steigt. Der schrille Ton des Weckers zerschneidet rücksichtslos die wunderbare Stille der Nacht. Reaktionsschnell findet seine Hand die Abstelltaste. Die wohltuende Wärme der beschützendenZwischenwelt wird radikal von der Realität verdrängt.
 

Es beginnt das Ritual der morgendlichen Unnatürlichkeiten. Der Mix aus elektrischem Licht, Rasierapparat, Warmwasser, Tuben-pasten, Schäumen, Sprays und Seifen bringt ihn in die Nähe der zur Zeit normierten gesellschaftsfähigen Akzeptanz. Jetzt darf er sich, zumindest äußerlich als ein Individuum fühlen.

In die Routine des Ankleidens brechen sich erste Gedanken in gewohnter Unordnung ihre Bahn. „leise sein, Frau und Kinder schlafen noch“, „was muss heute in der Firma erledigt werden?“, „verdammt, wo ist meine Armbanduhr?“, „ach ja, mein Schlüs-selbund steckt noch auf der Tür“. Es ist dunkel und kalt, als er das Haus verlässt. Bäume, Sträucher und Gebäude wirken eher düster und bedrohlich, jedoch das Zwitschern der Vögel und die Klarheit der Sterne öffnen auch die Tür der positiven Wahrnehmungen.

Das Motorengeräusch seines gestarteten Auto´s kommt ihm in der Garage unwirklich und übernatürlich laut vor. Rückwärts setzt er das Auto in Gang, fährt die Auffahrt herunter bis auf die Straße, legt den Vorwärtsgang ein und fährt davon.

Das Dorf schläft noch. Nur vereinzelte Lichter flimmern unwirklich in der Dunkelheit. Noch ist er nicht in der Realität angekommen. Das Fahren läuft eher automatisch ab und auch die Wegstrecke findet nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Zäh aber mit steigender Intensität erwacht seine Wahrnehmung.

Wie oft hat sich dieser Ablauf in seinem Leben schon wiederholt und wie oft wird er sich noch wiederholen? Wozu ist das alles gut? Er fühlt sich wie in einer Schleife aus der es kein Entrinnen gibt. Er hat das unangenehme Gefühl, dass es nicht so läuft wie es laufen sollte. Er muss Dinge tun, für die er sich zwar grundsätzlich entschieden hat aber die nicht seinem derzeitigen Wollen entsprechen. Er nimmt sich vor seine Lage einmal grundsätzlich zu überdenken.

Im Zwielicht kann er einen Radfahrer schemenhaft erkennen. Weiter entfernt rückt die Betriebsbeleuchtung seiner Firma in sein Blickfeld. Kurz darauf fährt er auf den Parkplatz. Ein neuer Arbeitstag beginnt.

Verfasser: Alex Palm im April 2016





Mittwoch, 10. Februar 2016

Ausschnitt aus meiner Autobiografie. Das Jahr 1967 zeigt die versponnen, radikalen Gedanken eines damals 15 jähringen Teenagers.




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Das Jahr, der schönsten Musik. Flower Power-Zeit. Make love, not war. Schlag-und Blümchen-Hosen. Aber auch das Jahr, welches meine politische Meinungsbildung für lange Zeit (vielleicht sogar für immer) bestimmen wird.





Es ist eines der kreativsten Beatles-Jahre. Mit folgenden Songs erfreuten sie die Jugend in diesem Jahr:

"Strawberry  fields forever", "Penny lane", "Sgt. Pepper", "With a little help from my friends", "Lucy in the sky", "A day in the Life", "All you need is love", "I am the walrus", "Hello, Goodbye", "The fool on the hill" und "Magical Mystery Tour"

Obwohl alle diese Lieder Meisterwerke ihrer Art sind, gefallen mir persönlich "All you need is love" und "Hello, Goodbye" am besten.

"All you need is love" ist praktisch der Song auf den die gesamte Flower-Power-Bewegung gewartet hat. Er trifft mitten ins Herz der beginnenden Hippie-Zeit. Die spielerischen Gegensätze in "Hello, Goodbye" zielen genau auf den Nerv der Jugend, dieses hin-und hergerissen sein zwischen Kind und Erwachsenem.

Auch die Rolling-Stones bleiben in diesem Jahr nicht untätig. Ihre Hits sind:
"She´s a rainbow", "Ruby tuesday", "Let´s spend the night together",  "We love you" und "2000 light years from home". Diese Lieder stehen den Beatles-Songs in nichts nach.

Besonders nahe geht mir das Lied "We love you", weil es direkt an uns Fans gerichtet ist. Die Schritte und die zufallende Kerkertür weisen auf eine kurze Inhaftierung der Rolling-Stones hin, wegen Rauschgift-Besitzes.

Arnold lane, See Emely play, Ich beginne mich für die Gruppe Pink Floyd zu interessieren. The WHO erfreuen uns mit: Pictures of Lily, I can see for miles und who are you. Hey Joe von Jimi Hendrix.

Disco Begau: Wüllenweber.   Am Dreieck wurde aus der Kneipe Kellenter eine neue Disco mit dem Namen Studio Dreieck gemacht.

Dieses Lokal soll für die nächsten 4 Jahre mein zweites Zuhause werden.

6 Tage Krieg Israel - Ägypten. Prof. Barnard verpflanzt ein Herz. Adenauer stirbt. Cassius Clay wegen Wehrdienstverweigerung für 5 Jahre in den Knast. Oswalt Kolle-Filme, sexuelle Aufklärung ohne Tabu´s.

Am 2 Juni wird bei einer Anti-Schah-Demo der Student Benno Ohnesorg von dem übereifrigen Kriminalobermeister der politischen Polizei, Karl-Heinz Kurras, in Berlin erschossen. 

Den schwerverletzten Benno versorgt als erste die Studentin Friederike Hausmann. Sie erinnert sich: " An diesem Abend war ich zunächst bei einer Veranstaltung der FU in Dahlem. Es sprach der Exil-Iraner Bahman Nirumand. Er erzählte vom Alltag unter der Diktatur des Schahs, von der Brutalität seiner Polizei, von Folter und Mord.


Am Ende der Veranstaltung wurde zur Demonstration gegen diesen Potentaten in seiner Phantasieuniform aufgerufen. Nirumand beendete unter tosendem Beifall seinen Vortrag".

"Viele Demonstranten, auch ich, fuhren nun mit der U-Bahn zur Oper. Bauzäune und Gitter machten es den Demonstranten unmöglich zur Oper vorzudringen. Nach einer Weile forderte die Polizei uns auf, den Gehsteig zu räumen. Kein Mensch folgte dieser Aufforderung. Plötzlich rissen die Polizisten die Bauzäune weg und schlugen auf alles ein, was ihnen in den Weg kam".

"Es brach eine unvorstellbare Panik aus. Die Polizisten kamen mit ihren Knüppeln hinter uns her. Ich rannte mit vielen anderen in die Krumme-Straße. Plötzlich sah ich jemanden vor mir liegen. Er war offensichtlich am Kopf verletzt, es rann Blut heraus. Ich leistete "Erste Hilfe" wurde jedoch dabei von zwei Polizisten weggerissen. Ich schrie die Polizisten an, sie sollen einen Krankenwagen holen".

"Der Krankenwagen kam dann auch ziemlich schnell. Um mich kümmerte sich keiner mehr, deshalb lief ich mit meinen blutverschmierten Händen weiter in Richtung Ku´damm. Ich stand völlig unter Schock. Auf dem Ku´damm traf ich mehrere Freunde. Ich erzählte ihnen was geschehen war".

"Als wir abends nach Hause kamen, fühlten wir uns wie Heimkehrer aus einer gefährlichen aber gerechten und edlen Mission. Jeder erzählte zigmal seine Erlebnisse, und immer größer wurden unsere Wut und unser Haß gegen dieses System".

"In den Nachrichten hieß es, ein Polizist sei erstochen worden. Erst spät in der Nacht wurde die Wahrheit zugegeben. Der junge Mann "Benno Ohnesorg" war von einem Polizisten erschossen worden. Sofort am nächsten morgen ging ich zum Republikanischen Club und stellte mich als Zeugin zur Verfügung."

Der für die Polizei zuständige Senatsrat Prill muß zugeben, daß er folgendes angekündigt hatte für den Fall, "wenn Studenten in der Stadt demonstrieren". Zitat: "Dann kriegen sie eins mit dem Knüppel über den Kopf, das ist dann ein gutes Übungsfeld für unsere Polizeibeamten".

Nach erfolgreicher Beendigung des "Knüppeleinsatzes" begann dann die Aktion mit dem Codenamen "Füchsejagen". Greiftrupps der Polizei, aber auch Beamte in Zivil und "persische Geheimdienstler" machten in den umliegende Straßen Jagd auf Menschen "die wie Studenten aussahen". Die Beamten waren äußerst erregt, da über Lautsprecher wiederholt die falsche Nachricht verbreitet wurde, Demonstranten hätten einen Polizisten erstochen.

Zitat des Mörders auf Staatsbefehl, Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras: "Nach einer Festnahme sah ich mich von Studenten umringt. Ich zog meine Pistole und entsicherte sie. Andere Uniformierte kamen mir zu Hilfe. Wir verfolgten gemeinsam einen nun in Panik flüchtenden Demonstranten, der durch sein aufgeregtes Verhalten vorher schon aufgefallen war. Wir stellten ihn und schlugen auf ihn ein, bis er am Boden lag. Ich hielt immer noch meine entsicherte Pistole in der Hand. Aus der Pistole löste sich ein Schuß, der den Überwältigten in den Kopf traf. Wir ließen den leblosen Körper auf dem Pflaster liegen und setzten wieder Fliehenden nach".

Benno Ohnesorg, 26 Jahre alt. Student der Germanistik und Romanistik, engagierter Christ und Pazifist, starb kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus an der Schußverletzung.

Am 3. Juni verbreitet der regierende Bürgermeister von Berlin, der Sozialde-mokrat und Pastor, Heinrich Albertz: "Die Geduld der Stadt ist am Ende". Noch am selben Tag werden Schnellgerichte eingerichtet und ein gene-relles Demonstrationsverbot erlassen. Die Berliner Regierung reagiert auf eine Demonstration wie die Militär-Junta einer Bananenrepublik. Nicht die radikalen Studenten, sondern der Berliner Senat wird zu einer Bedrohung für die Verfassung.

Auf Druck der Öffentlichkeit muß Heinrich Albertz schließlich zurücktreten. Zitat: "Ich gestehe ein, daß ich am schwächsten war, als ich am härtesten gehandelt habe". Einige Tage später erlebt man in Heinrich Albertz einen Mann, der über sich selbst geschockt ist. Er kann es kaum fassen, wie ihn seine Blindheit und seine Macht um jegliche Vernunft und Gewissen gebracht hatten.



Sein Nachfolger, der schwerversehrte, immer noch schneidige Frontsoldat und Sozialdemokrat Klaus Schütz, ist frei von solchen Skrupeln. Im Chor mit der Springer-Presse eskaliert er die "Kampagne gegen die Studenten" bis zur Progromhetze. Er erklärte den "anständigen Berlinern" :" die staatsfeindlichen Studenten sind schon an ihrem Äußeren zu erkennen. Ihr müßt ihnen genau ins Gesicht sehen. An ihren langen Haaren erkennt man diese rebellische Generation".

Nachdem einige "vernünftige Berliner" vorbeiziehenden Demonstranten "Arbeitslager und KZ" wünschten, rief eine verzweifelte Studentin: "Ihr könnt mit denen nicht reden, das ist die Generation von Auschwitz". Die Studentin ist Gudrun Ensslin, sie gehört später zu den Gründungsmitgliedern der RAF.







Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Ensslin



Der Bezug zu Berlin ist für mich sehr eng, da ich mich einmal mit den Ansichten der Studenten voll solidarisiere und ich außerdem im April meine Hauptschul-Abschlußfahrt ausgerechnet in Berlin verbracht habe. Jedenfalls kann ich die Wut der Studenten und ihren Haß auf diesen totalitären Polizeistaat sehr gut nachempfinden.

Nach der Erschießung von Benno Ohnesorg beginnt in Berlin die Revolte der Studenten. Rudi Dutschke wird zur Symbolfigur des Protestes gegen die selbstgerechte Moral der Kriegsgeneration. Medien und Politiker reagieren panisch.

Weitere Anlässe zum Protest liefern der Krieg in Vietnam und die längst überfällige Hochschulreform. Die Studenten werden von Wasserwerfern auseinandergetrieben. Mit gesetzwidrigen Maßnahmen wollen die Regierenden das Demonstrieren verbieten. Die Blätter des Springer-Verlages schüren "Bürgerkriegsstimmung".

Das neue Lebensgefühl

Aufmüpfig und angepasst,
nachdenklich und lebensfroh
mal geliebt und mal gehasst,
außer Norm ja sowieso.

Revoluzzer und auch Spinner
ohne jede Religion,
mal Verlierer mal Gewinner
verachtet und selbst voller Hohn.

Ehrgeizig und tolerant
stur geradeaus zum Ziel,
mit dem Kopf auch durch die Wand
Erfahrung sammeln heißt das Spiel.

Was ist denn der Sinn des Lebens?
Diese Frage ist nicht neu.
Viele suchen oft vergebens
die Stecknadel in all dem Heu.

Die Antwort liegt in der Erfahrung
deiner Wünsche hier auf Erden.
Erinnerung   -   ist Offenbarung
und lässt dein Leben sinnvoll werden.

Du selbst erschaffst dir dann das Leben
in dem dein Körper fühlen soll
wonach deine Wünsche streben
und das ist einfach wundervoll.



Die "Kommune 1" lehrt die "anständigen Deutschen" das Gruseln. Die angeblichen Bombenleger lassen sich nackt ablichten, stören mit harmlosen Späßen öffentliche Zeremonien und versuchen den kollektiven Beischlaf. Der Sex-Sozialismus scheitert, als Rainer Langhans das Fotomodell Uschi Obermaier nicht mit den Genossen teilt.




Für mich war dieses Ende des "Sex-Sozialismus" klar, der Spruch "wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment" ist für mich genauso menschenverachtend wie dieses System.
Die Medien laufen Amok gegen diesen Hort der Unanständigkeit. Wo angeblich hemmungsloser Sex ist, da vermutet man auch mörderische Gewalt. Blindheit und Opportunismus der Macht, bringen den Staat und die "braven Deutschen" um Vernunft und Gewissen.

Die Bild-Zeitung titelt: "Vergast Rudi Dutschke".



Am 11 April 1968 wird sich dieser Wunsch, auf eine andere Weise erfüllen. Dutschke wird dann niedergeschossen. Der Attentäter hatte die Verteufelungen der Bild-Zeitung ernst genommen. Die Studenten werden mit weiteren Protesten gegen den Springer-Konzern antworten, doch dazu mehr im Jahre 1968.

Am 12 Juli werde ich mit 9. Schuljahr Volksschulabschluß aus der katholischen Volksschule Marienstraße entlassen. Notenschnitt. 3,06 also glattes "befriedigend". Allerdings ist die 5 in Physik die Quittung für mein Desinteresse und gleichzeitig der Beweis für die Unfähigkeit der Lehrer uns etwas beibringen zu können. Dies wird gerade an meinem späteren Berufs-weg überdeutlich.

Abschließende Betrachtung:

In der Volksschule Begau haben wir einige Dinge gelernt die für das Leben wichtig sein mögen. Die pädagogischen Fähigkeiten des Lehrpersonals stufe ich trotzdem eher als „schlecht“ ein. Es wurde noch viel geschlagen und auch sonst hielt der Strafkatalog viele Möglichkeiten bereit. Deutlich waren bei einigen noch die alten NS-Verhaltensweisen zu erkennen. Es empfiehlt sich die Geschichte abzuhaken und schnell zu vergessen.



Mein Vater eröffnet mir, daß ich ab August eine Lehre zum Starkstromelek-triker beim EBV beginnen muss. Er hat dies, als guter Demokrat, einfach über meinen Kopf weg entschieden. Eigentlich ist es mir scheißegal was ich im Anschluß an die Schule machen werde, ich habe keine besonderen Nei-gungen, deshalb lasse ich diesen Zwang, in einen nicht von mir ausdrücklich gewünschten Beruf gedrängt zu werden, ohne großes Murren zu.

Ob diese Wahl richtig ist, bei meinen Voraussetzungen (5 in Physik, 4 in Mathe) muß die Zukunft zeigen.



Am 1. August fange ich mit der Lehre zum Starkstromelektriker beim EBV in Alsdorf an.

Die Ausbildung beim EBV bringt für mich (einmal von den Lerninhalten abgesehen) nichts neues.

Die Erziehungsstrukturen sind, wie zu Hause auch, faschistisch geprägt und in der Gewaltausübung hierarchisch verpackt.

Im großen und ganzen hat man das Maul zu halten und sich in allem unter-zuordnen. Die Leistungszwänge werden bewußt auf ein Maximum geschraubt um uns zu beschäftigen und ruhig zuhalten. Die preußischen Tugenden werden wie zu Hause auch akribisch eingehalten und bei Nichteinhaltung je nach Willkür mehr oder weniger bestraft.

Durch diese spiegelbildlichen Gegebenheiten der autoritären Formierung zwischen Heim und Arbeit, fällt mir der Anpassungsprozeß zunächst nicht allzuschwer, jedoch die Arbeit ist für mich ohne erkennbaren Sinn, da Kreativität und Eigeninitiative nicht gewünscht, sondern sogar untergraben wer-den.

Zu allem Unglück, setzt sich die religiöse Erziehung auch in der Berufsschule fort. Obwohl laut Grundgesetz die Religionsfreiheit- und wahl gewährt ist, versucht die abendländisch-christliche Gesellschaft uns nun sogar im Beruf zu bevormunden.

Mit welcher Freude ich meine Ausbildung anfange, sei an diesen wenigen Punkten erläutert.

Positiv an der ganzen Sache ist nur, daß ich mit meinen Einstellungen nicht alleine bin. Abgesehen von ein paar Zwangsangepaßten empfindet die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen genauso wie ich. Diese gemein-samen Ansichten werden außerhalb des Machtbereiches aller Erziehungs-systeme, abends in der Disco, vertieft. Es bilden sich Cliquen in denen die Themen: Erziehung, politische- und gesellschaftliche Neuordnung, sexuelle Befreiung und die Studentenrevolte heiß diskutiert werden.

Für mich ist dies eine völlig neue Erfahrung. Man respektiert den Anderen und nimmt ihn ernst. Die andere neue Erfahrung die ich in der Disco mache ist, man kann tollen Spaß zusammen haben, weil die gesellschaftlichen Zwänge in der Disco nicht existieren. Die Welt, die wir Jugendliche uns hier bilden, ist frei von Machtdenken, Zwängen und Kontrollen. Soweit niemand zu Schaden kommt, ist eigentlich alles erlaubt. Das beste ist, die Erwachsenen trauen sich hier nicht hin.  



 Make love, not war!   Die Gentlemen bitten zur Kasse. Studentenslogan. Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren. Che Guevara wird in Bolivien von Truppen erschossen. Er wird zum Symbol und Leitfigur für die revoltierende Jugend.

In der Öffentlichkeit werden Gammler in Haltung und Kleidung lebendiger Protest. Ungepflegt und teilweise heruntergekommen, stören sie das bürgerliche Sauberkeitsempfinden. Ihr langes Haar attackiert das Image vom männlichen Mann mit Familie, Haus, Besitz und Erfolg. Die Gammler provozieren Bürger und Bürgerlichkeit, indem sie einfach als ihr Gegenbild existieren, ohne Arbeit und Autorität, bettelnd und parasitär, von den Abfällen der kritisierten Leistungsgesellschaft lebend, faul, unsauber, unor-dentlich, ohne feste Bindung und klare Richtung.

Obwohl ich mich mit diesen Ansichten nicht ganz identifizieren kann,  (die Voraussetzungen hätte ich, ich besitze auch nur eine Hose) finde ich diese Form des Protestes gut.

Meiner Ansicht nach liegt eine neue Form des Lebensgefühl´s zwischen den Extremen des spießigen Bürgertums und der Lebensweise der Gammler.

Die drop-out- Bewegung der Hippies, mit ihrem missionarischen Eifer, "alle willigen Menschen zu gleichem Tun zu bewegen, und der Wille, der negativen Welt ein positives Gegenbild vorzuführen" gefällt mir da schon besser.

In einer Welt, in der nur noch äußerliche, materielle Dinge wie Geld und Status-Symbole zu zählen scheinen, sucht der Hippie das "Authentische" des Menschen, sein Selbst, seine Identität. An der Spitze seiner Werte-hierarchie steht die Liebe.

Dieser Begriff der Liebe ist nicht egozentrisch ausgerichtet, sondern zielt auf eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung, ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Krieg.

Mit diesen Ansichten der "Blumenkinder" kann ich mich noch am besten identifizieren. Nachdem ich von Oma Otti mit dem entsprechenden Outfit ausgerüstet wurde (Schlaghose, Rüschen-Hemd, Brokat-Krawatte) sehe ich zum erstenmal mit froher Erwartung in die Zukunft.

Meine Einstellung und mein Äußeres sowie meine Gefühle und Bedürfnisse befinden sich im Einklang, in Übereinstimmung, dies gibt mir erstmals das Gefühl von Autonomie.

Die Herausbildung des gegenkulturellen Protests gegen die industrielle Leistungs- und Konsumgesellschaft ist an einen immanenten Widerspruch kapitalistischer Vergesellschaftung gebunden;

Sie ist einerseits von Selbstdisziplin, Pflichtbewußtsein und Leistungsbereit-schaft abhängig, untergräbt andererseits - in beschleunigtem Maße - die soziokulturelle Basis dieser traditionell-bürgerlichen Tugenden. Das liegt zum einen darin begründet, daß sie im Maß der fortschreitenden Industrialisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse die überkommenen Lebensformen, Moral und Glaubensvorstellungen umwälzt und in ihrer Geltung erschüttert; das liegt zum anderen an der mit der Mechanisierung und Automatisierung der Produktion verbundenen Sinnentleerung der Arbeit, mehr noch und komplementär dazu an der Aufwertung des Konsums.

Die von der Konsumgesellschaft, von der Werbung stimulierten Bedürfnisse nach Liebe, Zärtlichkeit, Sexualität, Anerkennung, Freiheit, Abenteuer treten in sichtbaren und fühlbaren Widerspruch zur langweilig-spießbürgerlichen Routine von Arbeit und Familie, zum "puritanischen" Pflicht- und Leistungsethos, zur moralinsauren Tugend des Verzichts und des Gehorsams.

Ihren ersten und unmittelbarsten Austausch findet diese widersprüchliche Erfahrungs- und Sozialisationslage im Rock´n Roll, in der neuen Musik der Beatles und Rolling-Stones und einer ganzen schnellebigen Generation von Rock-Stars und Rockbands.

Der Rock´n Roll bezeichnet den Beginn der Revolution. Die Beatles stehen dabei nur für eine Variante der Rebellion.

Eine härtere Variante des subkulturellen Protestes sind die, den Werten aus dem Arbeitermilieu - aggressive Männlichkeit, Härte, körperliche Direktheit - verpflichteten Subkulturen, so vor allem die Rocker.

Diese armen, falsch erzogenen Menschen (die den Schritt zur Autonomie nicht geschafft haben) wollen auf der allgemeinen Rebellionswelle nur die von ihren Eltern anerzogenen faschistischen Gefühle ausleben, straff organisiert mit einem Führer und ausschließlich der Gewalt verschrieben.  Jedoch können diese Rocker relativ leicht kriminalisiert werden und bleiben damit politisch folgenlos.

All diese Überlegungen drückt der Song "Wild Thing"  (wilde Gedanken) von der englischen Rockgruppe "The Troggs" gut aus.

Chart´s 1967

         1. Frag nur dein Herz                       Roy Black
     2. Meine Liebe zu dir                        Roy Black
     3. Ha, Ha said the clown                    Manfred Mann
     4. Puppet´s on a string                    Sandie Shaw
     5. San Franzisco                              Scott Mc Kenzie
         6. Penny Lane                             Beatles
            7. Okay                                  Dave Dee
         8. Ich sprenge alle Ketten                    Ricky Shayne
     9. Dear Mrs. Applebee                     David Garrick
         10. All you need is love                      Beatles


Deutscher Fussballmeister in der Saison 1966/67 Eintracht Braunschweig.


Dienstag, 29. Dezember 2015

Autobiografie Seite 57


                                                            2015

Januar    Gewinner der Vierschanzentournee  1. Stefan Kraft (Österreich), 2. Michal Heyböck (Österreich), 3. Peter Prevc (Slowenien).

Der ganze Januar war wieder einmal der Krankheitsmonat (wie so oft in den letzten Jahren). Daggi hatte wochenlang mit Schwindelanfällen zu kämpfen. Tyler und ich hatten eine schlimme Virusinfektion.

30. Januar, Tyler erhält sein erstes Halbjahreszeugnis auf der Realschule. Wie erwartet wieder einmal ein richtig gutes Zeugnis.

Februar, immer noch halten die Schwindelanfälle bei Daggi an. Es wurden bereits mehrere Ärzte deswegen aufgesucht und sogar privat eine Homöopathin in Anspruch genommen.

März, kein Ende der Schwindelanfälle bei Daggi abzusehen. Am 20.3 wird die Doppler-Untersuchung gemacht (Halsschlagadern).

Beim Biathlon räumen die Deutschen richtig ab. Lesser Weltmeister in der Verfolgung, Frauen- und Männerstaffel Weltmeister im Team, Laura Dahlmeier Silber im Einzel und Franziska Preuss Silber im Massenstart.
Außerdem gewinnt Severin Freund alles was zu gewinnen ist und wird natürlich auch Weltmeister von der Normalschanze. Beim Skifliegen wurde die magische 250m-Marke geknackt. Prevc und Fannemel über-springen sie.

Alle Vorbereitungen für den anstehenden Rentenantrag laufen. Ende März wird der Rentenantrag bei der Knappschaft gestellt.

Mitte März, so langsam wird das Wetter besser obwohl es noch sehr kalt ist. Bei Daggi immer noch keine Besserung, die Schwindelanfälle halten an.

Tyler baut etwas in der Schule ab. Er scheint lustlos zu sein ansonsten kommen wir aber weiter gut mit ihm zurecht.

April, immer noch keine Ursache für den Dauerschwindel bei Daggi gefunden. Es wurden schon verschiedene Psychopharmaka ausprobiert. Bisher leider ohne Erfolg.
6. April, Micha hat das ganze Haus geräuchert.

Wegen der Erkrankung von Daggi haben wir den Fischen-Urlaub storniert. Obwohl Tanja uns sehr entgegengekommen ist belaufen sich die Stornogebühren auf 882EURO. Das tut weh, aber um den psychichen Druck von Daggi wegzunehmen ging es nicht anders.
Als stille Hoffnung haben wir noch die Option, dass falls die Wohnung anderweitig vermietet werden kann wir eine Rückerstattung bekommen.

10. April mit den Gartenarbeiten begonnen. Rosenbogen abgebaut. Zäune abgebaut und an Wirthens abgegeben. Pfähle ausgegraben. Mit dem Planieren des oberen Gartenstückes begonnen (da kommt jetzt Wiese hin).

Am Mittwoch, den 15. April zwei ausgefüllte Fragebogen bezgl. Versicherung Tyler an die Knappschaft geschickt.

Anfang Mai, die neuen Wiesenstücke sind fertig und das Gras bereits eingesät.

Mai, jetzt läuft es bei mir selber auch sehr unrund. Ich habe Schmerzen im Unterleib  und nehme täglich Sitzbäder. Außerdem wird bei der Diabetesuntersuchung ein extrem hoher HbA1c-Wert festgestellt (von durchschnittlich 7 ist er auf 11 hochgesprungen). Insgesamt ist mein Gesundheitszustand nicht gut.

Dienstag, 2. Juni 2015, nach einem erneuten Sitzbad habe ich starke Schweißausbrüche, innere Unruhe und mir ist schlecht. Ich versuche mich 2 Std. lang abzukühlen und gegen diese Vorkommnisse mental gegen zu halten. Es gelingt mir nicht. 

Zum Glück verständigt Daggi noch rechtzeitig den Notarzt (damit hat sie mir das Leben gerettet). Kurz nach Eintreffen des Notarztes erleide ich einen Herzinfarkt mit 2-maligem Herzstillstand. Der Notarzt und sein Team können mich aber reanimieren (Defibrilatoreinsatz) und stabilisieren. 

Ich werde in die Notaufnahme nach Eschweiler (mit Blaulicht und Martinshorn) gefahren. In einem ersten Schritt werden mir dort bei der 




Herzkatheteruntersuchung 2 Stents eingesetzt. Danach liege ich für 2 Tage auf der Intensivstation. Danach werde ich für 5 Tage auf normale Station verlegt bevor in einem zweiten (horrormäßigem) Eingriff noch einmal 2 Stents eingesetzt werden. Dann lande ich für einen Tag auf der Beobachtungsstation bevor ich dann wieder auf die normale Station verlegt werde. 

Jedoch hier werde ich nur noch in zwei Tagen in einem Crashcurs in die Handhabung von Insulinspritzen und deren Zubehör eingewiesen und bereits 10 Tag nach dem Herzinfarkt aus dem Krankenhaus entlassen. Zu Hause muss ich nun als erstes die Umstellung von Tabletten auf Insulin bewältigen.




Sofort nachdem ich zu Hause bin nehme ich Kontakt mit meiner Hausarztpraxis Becker/Bender auf und bekomme die Überweisung zu einem Diabetologen. Ich wähle auf Anraten von Daggi Dr. Haeddaeus in Neusen und bin froh, dass ich diese Wahl getroffen habe.

Mitte Juni, Tyler wird Mitglied bei der THW-Jugend Alsdorf. Er hat schon an ersten Übungseinsätzen teilgenommen. Die Arbeit macht im sichtlich Spaß.

 

  
Vom 22.6 bis 24.6 nehme ich drei Tage an einer Diabetes-Schulung in Würselen teil. Bei dieser Schulung werden alle Fragen rund um Injektionen, Insulin, Pen´s aber auch Umstellung der Ernährung und ein gesundes Maß an Bewegung geklärt.

Mittlerweile haben sich auch die Nieren erholt, so dass die Schmerzen im Unterleib auch nun weg sind.
Insgesamt fühle ich mich (außer einer Kurzatmigkeit und Ermüdungser-scheinungen) ganz gut. Mit der Handhabung der Hilfsmittel für Diabetiker komme ich jetzt ganz gut zurecht. Ein individueller Feinabgleich in der Insulin-dosierung muss allerdings noch erfolgen.

Das Rauchen habe ich seit dem Herzinfarkt am 2.6 nun endgültig aufgegeben.
Ich bemühe mich auch sehr, meine Ernährung umzustellen. Nach der wahrscheinlich Ende Juli beginnenden REHA-Maßnahme will ich dann auch einiges für die Bewegung tun.

Durch diese ganzen Geschehnisse wird nun ganz klar, dass wir so oder so auf den Fischen-Urlaub in diesem schrecklichen Jahr 2015 hätten verzichten müssen.

Ich hoffe, dass nach meine REHA auch Daggi soweit gesundheitlich in Ordung ist (es sind starke Verbesserungen sichtbar wahrscheinlich auch weil ich ausgefallen bin), dass für die zweite Jahreshälfte 2015 keine weiteren Katastrophen auf uns zu kommen.


Daggi ist mit ihren Schwindelanfällen zunächst bei einer Psychotherapeutin in Aachen und anschließend bei einem Psychologen in Kinzweiler in Behandlung.

 26. Juni, das Jahreszeugnis für die Klasse 5 ist über alle Fächer glatt 3. Tyler kommt nun schon in die 6a.

Erste Juliwoche, Hitzewelle mit bis zu 40 Grad. Alle stöhnen wegen der hohen Temperaturen. Es ist nicht möglich irgendetwas zu tun.

Die REHA-Maßnahme beginnt für mich am Montag, den 3. August 2015 im Euregio-Reha-Zentrum in Eschweiler um 8:00 Uhr.


7.8.2015 Erste Woche REHA beendet. Die REHA ist durchweg gut. Sowohl die Vorträge (die recht verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger stattfinden) wie auch die körperlichen Trainingseinheiten wie Fahrrad fahren, Gehtraining, Muckibude, Kneipgüsse oder Gymnastik sind sehr gut.
Es entstehen nur geringe Wartezeiten d.h. es ist alles sehr gut durchorganisiert. Auch sind die Tage mit durchschnittlich 6 Stunden nicht zu lang.

Die zweite und dritte Woche REHA verlaufen genauso gut.

1.8.2015 Hurra, jetzt habe ich es doch noch geschafft. Ab heute bin ich ein richtiger Rentner. Ab heute bekomme ich das Geld zurück welches ich in über 40 Jahren in die Rentenkasse eingelassen habe.

Samstag, der 15. August  ich beginne mit meinem Ausdauertraining. Ab jetzt werde ich jede Woche 4 mal 45 min schnell gehen.

Erste Rentenzahlung (Knappschaft Bochum) am Montag, den 31.8.2015

Mit der Höhe meiner Rente bin ich sehr zufrieden  (ein Teil dieser Rente muss natürlich noch versteuert werden).

20. September, die Trainingseinheiten haben sich mittlerweile etabliert. Meist mache ich 4 Sporteinheiten a 45 Minuten pro Woche. 

Sonntag, 4. Oktober 2015: Ausflugsfahrt nach Xanten am Niederrhein. Ein perfekter Tag, weil das Wetter super ist und die Stadt Xanten auch. Der archäologische Park ist ein Hammer, die Altstadt ist klein aber wunderschön und die Süd- und Nord-See einfach klasse.
Wir werden sicherlich noch einmal dorthin fahren. Dieses mal waren wir ohne Flecki. Wir das sind: Tyler, Daggi, Micha und Alex.








 
 













Sonntag, 11. Oktober 2015: Ausflugsfahrt nach Königswinter und zum Drachenfels. Mit der Zahnradbahn hoch, zu Fuß wieder runter. Spaziergang durch Königswinter. Das alles bei tollem Wetter. Sonne pur aber etwas kühl. Diesmal waren mit: Flecki, Tyler, Micha, Daggi und Alex.

















Dienstag, 20. Oktober. Untersuchung bei Dr. Haeddaeus. Alles sehr gut in Ordnung bis auf den Wert Gamma gt (Leberwert).

Oktober, Tyler ist nun bereits 4 Jahre bei uns.

29. Oktober, Peter Krichel (ein Schulfreund und Vereinskamerad) ist gestorben. Er wurde auf dem Friedhof in der Begau begesetzt.




Wegen des schlechten Leberwertes beim Arzt Becker gewesen. Der Wert ist schon leicht gefallen, deshalb wird erst einmal nur beobachtet. Beim Ultraschall sind nur kleine Gallensteine aufgefallen, die aber noch nicht bedenklich sind.

2. November, Augenzentrum Eschweiler, mit den Augen ist altersgemäß alles in Ordnung. Augen aber trotzdem jährlich nachsehen lassen.

November, mit den Leberwerten ist wieder alles o.k.  wahrscheinlich war das nur ein Infekt.

11.11.2015 3500 Liter Heizöl getankt für unter 2000 EURO.

12.11.2015    44ter Hochzeitstag, wir können es kaum glauben. Ist das wirklich schon so lange her?




Mit verschiedenen Bestellungen (online) für Weihnachten begonnen.

Weihnachten mit Jan, Tyler, Biggi und Daggi verbracht. Micha wollte einmal mit der Feierei aussetzen und hat das auch gut gemacht.

Silvester werden wir im engsten Familienkreis d.h. mit Flecki und Tyler feiern.

In der Rückschau war 2015 wettermäßig ein sehr gutes Jahr. Gesundheitlich war es das schlechteste von allen Jahren.

Montag, 28. Dezember 2015

Autobiografie Seite 56 das Jahr 2014




              2014

Das große Projekt für dieses Jahr ist der nach den Sommerferien anstehende Schulwechsel auf eine weiterführende Schule für Tyler.

Am Montag, den 6. Januar stehen die Gewinner der 62. Vier-Schanzen-Tournee fest.  1. Thomas Diethard (Österreich), 2. Thomas Morgenstern (Österreich) und 3. Simon Ammann (Schweiz).
Beim Biathlon sind die bestimmenden Figuren Martin Fourcade, Emil-Hegle-Svendsen sowie Gabriela Soukalova und Darya Domracheva.

20. Januar, Elternsprechtag Schule. Es wird nocheinmal bestätigt, dass Tyler mehr als gut geeignet ist die Realschule zu besuchen. Er könnte sogar zum Gymnasium muss dann aber besser in Deutsch werden.

4. Februar, bei der Durchsicht für die Anmeldeunterlagen Schulwechsel Tyler fällt uns auf, dass es kein Dokument über die Einbenennung von Palm in Fischer gibt. Ich müßte also Tyler Fischer in der neuen Schule als Tyler Palm anmelden (was ist dann mit den bisher ausgestellten Zeugnissen, die alle auf Tyler Fischer lauten?).




Beim Standesamt Würselen erfahre ich, dass es nie eine Einbenennung gegeben hat. Die registrierten Daten weisen alle den Namen Tyler Palm auf. Der von der Stadt Alsdorf ausgestellt Kinderausweis mit dem Eintrag Tyler Fischer ist ungültig (Tyler Fischer hat nie existiert).

Beim Einwohner-Meldeamt der Stadt Alsdorf wird ein Verfahrensfehler eingeräumt. Wir kommen überein, dass für Tyler ein neuer Ausweis mit dem Namen Tyler Palm ausgestellt wird. Was nun noch über die Schulbehörde zu klären ist, wie die bisher ausgestellten Zeugnisse auf den Namen Tyler Palm abgeändert werden können.
Am 5. Februar 2014 erhält Tyler seinen neuen Kinderausweis mit dem Namen Tyler Vincent Palm. Er ist überglücklich weil er sich das schon lange gewünscht hat.

5. Februar, Gespräch mit dem Schulleiter der GGS Blumenrath Herrn Hinrichs. Das Gespräch verlief genau in meinem Sinn. Auf dem ausschlaggebenden Zeugnis für die weiterführende Schule und auf der Empfehlung wird schon Tyler Palm stehen.

Genauso ist es dann auch, und Tyler hat ein super Zeugniss und auch eine sehr gute Empfehlung.
Ich habe mich mit H. Hinrichs darauf geeinigt, dass wir die vergangenen Grundschulzeugnisse nicht mehr ändern. Da wird sowieso wahrscheinlich nie jemand nach fragen. Wenn doch, ist das auch kein Problem, die Namensänderung ist in der GGS aktenkundig.

7. Februar,  Biggi und ich melden Tyler in der Marienschule an. Tyler war dabei.

12 Februar
Ich habe begonnen das Buch „zu Hause in Gott“ zu lesen. Schon in den Einführungstexten sehe ich viele Gemeinsamkeiten mit den Visionen die ich als Kind erlebt habe (Auswahl der Eltern, Vorbestimmung das Daggi meine Frau wird, den Lebensverlauf im Sandkasten Begau, die Vision vom Erbe beim Lied Honky Tonk Woman im Studio Dreieck und zuletzt die Jahreszahl der Vollendung 2025).

Dies alles waren Gespräche mit Gott oder besser gesagt Erinnerungen an meinen Seelenplan. Ich verstehe  nicht, wieso ich das alles so lange in Frage gestellt habe obwohl jede einzelne dieser Visonen sich genau so erfüllt hat. Ich glaube (da ich ein großer Religionskritiker war und wahrscheinlich auch immer bleiben werde) ich war noch nicht bereit das Undenkbare (nicht von der Logik greifbare) zu denken. Heute bin ich der Sache sehr aufgeschlossen gegenüber.
Ich kann deutlich verspüren, dass ich keine Angst mehr vor dem Tod habe. Ich weiß das es danach weitergeht. Ich habe das eigentlich schon immer gewusst. Wieso habe ich nicht schon früher intensiver über das erlebte nachgedacht? Jetzt bin ich soweit, hier meine Gedanken zu diesem Thema.

Gesamtbetrachtung meiner Visionen unter den Aspekten von
„zu Hause in Gott“
Meine erste Vision

Erinnerung 1: (bezogen auf das Visionsbild)

Mit zwei anderen Geistwesen zusammen betrachten wir Möglichkeiten zur Inkarnation. Ich habe mir meine Eltern selbst ausgewählt damit meine Seele weitreichende Erfahrungen über die *Liebe machen kann.

Analyse:

Zwei Seelen werden mein  Leben begleiten und mich bei der Erfüllung meiner Erfahrungssuche unterstützen.
Da erhebt sich sofort die Frage:
In welchen Menschen befinden sich diese inkarnierten Seelen und wie kann ich sie erkennen?
Meine Assoziationen führen mich zu Daggi und Tyler. Warum?

Meine Seele möchte weitreichende Erfahrungen in der Liebe machen. Ich liebe Daggi über alles. Ihr habe ich die größten Erfahrungen in diesem Bereich zu verdanken. Sie hat mich immer vorbehaltslos unterstützt. Die Beziehung mit Daggi hat mir alle Facetten der Liebe unter Partnern gezeigt. Sie hat mich Liebe erfahren lassen.

Nach langen Überlegungen komme ich zu dem Schluss, dass Tyler die zweite Seele sein muss. Warum?
In Tyler spiegeln sich meine bitteren Erfahrungen mit meinen Eltern. In ihm sehe ich meine eigene Liebe und mein unerschütterliches Vertrauen in meine Großeltern. Ich sehe auch in ihm den suchenden, unsicheren Jungen der ich selbst einmal war. Ich werde Tyler unterstützen so lange ich es kann, er hat es verdient. Es ist eine sehr weitreichende Erfahrung andere vorbehaltslos zu lieben, diese Erfahrung mache ich bei Tyler.

Normal müsste ich bei dem Seelenfindungs-Prozess doch auf unsere eigenen Kinder kommen. Ich fühle aber, dass es so nicht ist. Warum?
Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Kinder uns als Eltern ausgewählt haben eben weil sie bei uns von Anfang an ihre gewählten Erfahrungen machen konnten und können. Ich glaube beide werden bestätigen, dass ich mich nie in eine von ihnen getroffene Entscheidung eingemischt habe. Ich liebe natürlich unsere Kinder so wie meiner Meinung nach ein Vater seine Kinder lieben sollte. Genau deshalb, weil dieses für mich eine wirkliche Selbstverständlichkeit ist waren auf diesem Gebiet für mich selbst keine neuen Erfahrungen zu gewinnen.


Um zu erfahren was Liebe ist muss man zuerst erfahren was Liebe nicht ist.

Mein Seelenwunsch ist es intensive, tiefgreifende Erfahrungen in der Liebe zu machen. Damit dieses möglich wird müssen meine Erfahrungen auch die Gegenseite kennen, nämlich zu erfahren was Liebe nicht ist.

Genau deswegen habe ich mir meine Eltern ausgesucht. Bei ihnen fand ich eine Fülle von nicht Liebe. Ich durfte erfahren was Hass ist, Egoismus, Macht, Manipulation, Lieblosigkeit, Kälte, Unfähigkeit, Härte, Sturheit, Intoleranz und Verdummung.

Diese Negativerfahrungen im Gebiet der Liebe haben mich dann umso intensiver die Liebe erleben und erfahren lassen. Heute bin ich meinen Eltern dankbar für alle Negativbeispiele die ich bei ihnen erleben durfte. Sie sind der Grund dafür, dass ich Daggi auch über meinen körperlichen Tod hinaus immer lieben werde.

Erinnerung 1a: (bezogen auf das Visionsbild)

Bei der Auswahl der Geistwesen spielen außer der Festlegung von Ort und Menschenkörper die zu erledigenden Aufgaben (Erfahrungen) eine Rolle. Wir werden zu unterschiedlichen Zeiten innerhalb dieser Rahmenvorgaben inkarnieren. Unsere Seelen werden sich gegenseitig bei der Erledigung der Aufgaben unterstützen d.h. wir werden gemeinsam Situationen erschaffen die für die Lösung der Aufgaben notwendig sind.

Visionsbild

Dieses Bild „meiner Vision“ habe ich solange ich mich zurück erinnern kann in meinem Kopf.




Die logische Seite der Vision.
Aus der von mir analysierten Vision ergeben sich für mich einige unglaubliche Wahrheiten:

Ich habe schon vor meiner Geburt als Geistwesen gelebt.
Es gibt an diesem Ort andere Geistwesen die das gleiche Ziel verfolgen.
Es gibt Inkarnation. Ich bin schon öfter gestorben.
Das menschliche Leben dient der Erfüllung von gewünschten Erfahrungen und das ist der Sinn des Lebens.
Es gibt keinen Tod im Sinne von Nichtexistenz.
Der körperliche Tod tritt erst nach Vollendung der gewünschten Erfahrungen ein.
Als das was ich bin, also als Geistwesen, kehre ich zurück an den Ursprungsort.
Der Tod ist das schöne Zeichen von der Erfüllung gewünschter Erfahrungen.
Wer Angst vor dem Tod hat erkennt nicht, dass seine gewünschten Erfahrungen erfüllt sind.

Machen mich diese eigenen Erkenntnisse nun zu einem frommen, religiös gläubigen Menschen?
Eindeutig „nein“. Ein höheres Wesen (man kann es meinetwegen Gott nennen) war in meiner Vision nicht vorhanden. Mein Gefühl sagt mir, dass es am Ursprungsort keine Hierarchie gibt. Wir alle sind gleichwertige Geistwesen und für immer und untrennbar miteinander verbunden. Unser Ziel –vollendete Vollkommenheit- unterstützt diesen Gedanken. Vollendung und Voll-kommenheit lassen sich nicht steigern. Ein übergeordnetes Wesen müsste demnach aber vollendeter und vollkommener als alle anderen sein. Wir alle sind auf dem Weg zur Vollendung und Vollkommenheit. Wir alle sind eins. Wir alle sind Ursprung und Ende. Wir alle sind „Gott“.


Meine zweite Vision:

1959. Ich spiele mit Friedel zusammen „verstecken“ auf dem Schulhof. Aus meinem Versteck beobachte ich eine Gruppe spielender Mädchen. Sie spielen auf dem breiten Bordstein direkt vor der Gaststätte Kupferkanne. Meine Seele teilt mir mit, dass sich unter den Mädchen meine zukünftige Frau befindet. Sie sagt mir jedoch nicht welches der drei Mädchen es sein wird.






Analyse:
Die Mitteilung sagt mir, dass meine Frau einmal aus der Broicher-Siedlung kommen wird. Sie wird nicht wesentlich jünger sein als ich.



Meine dritte Vision:

1962, ich bin jetzt 10 Jahre alt. An einem Sommertag in den Ferien baue ich mir auf dem neuen Kinderspielplatz ein Auto aus Sand. Die Fahrtrichtung ist genau nach Warden ausgerichtet.
Ich verspüre den Wunsch einen Beruf zu erlernen, der es mir ermöglicht mich frei mit einem Kleinwagen bewegen zu können. Ich be- und entlade diesen Kleinwagen mit leichten Materialien. Ich fahre verschiedene Bau-stellen oder Betriebspunkte ab. Ich bin so eine Art „Chef“ auf dessen Meinung und Weisungen wert gelegt wird. Ich werde verheiratet sein und wir werden Kinder haben. Mein Leben wird einen Kreis um diesen Spielplatz schlagen. Ich werde dazu die Begau verlassen und die Reise wird letztend-lich in Warden enden.






 
Die Botschaft war noch sehr differenzierter jedoch wörtlich kann ich sie nicht mehr genau erinnern. Aber es ging z.B. dabei um Schule und Beruf wobei bei diesem Thema alle Himmelsrichtungen einbezogen wurden. Wenn ich das heute rückschauend nachzeichne ergeben sich folgenden Kreise:

Analyse:

Im Westen beginnt der Kreis (Volksschule, Marienschule, Berufsschule) und auch auf den Beruf bezogen beginnt es im Westen Lehre in Alsdorf, 1. Arbeitsstelle in Mariadorf (mhw). Der Kreis setzt sich im Süden fort (Bergschule zu Aachen) um
dann über Westen (Grube Anna unter Tage) nach Norden zu gehen (Steiger auf Emil Mayrisch, Wohnort in Siersdorf) dann geht es wieder südlich (Wohnort Warden) und nun östlich (Arbeitsstelle Rheinbraun) um danach wieder die Richtung nach Süden einzuschlagen (Studium an der Fachschule in Stolberg) und letztlich in Warden zu enden.
Der Kreis des Lebens ist auch in Bezug auf Beziehung und Familie eindeutig gegeben. Start im Süden (Broicher Siedlung, Daggi, Erfüllung meiner zweiten Vision), weiter nach Norden (Hochzeit, Siersdorf, Michas Geburt), danach Wohnort im Westen (Setterich) und anschließend nach Süden (Mariadorf, Michas Schulzeit, Biggis Geburt), danach wieder nach Norden (Siersdorf) und schließlich wieder Richtung Süden nach Warden (Micha und Biggi verlassen die elterliche Wohnung, Tyler kommt zu uns).

Zitat aus meiner Biografie im Jahr 1962
Diese Botschaft bewirkt bei mir eine Lösung der Angst vor meiner Zukunft. Ich messe den Wertungen und Beurteilungen meiner Eltern und denen der Lehrerschaft keine Bedeutung mehr zu. Meine Seele hat mir eine gute Möglichkeit für meinen Lebensweg mitgeteilt und nur dies alleine zählt für mich.


Meine vierte Vision:

Etwa Herbst 1969. Ich betrete meine Stammkneipe „Studio Dreieck“. Gerade beginnt das Lied Honky Tonk Woman. Der Rhythmus fasziert mich, es klingt richtig gut. Ich habe das Lied bisher noch nicht gehört aber es versetzt mich sofort in so eine Art Zwischenwelt (ich hatte nicht gekifft). Während das Lied läuft erhalte ich eine Seelenbotschaft, die lautet:
„Ab sofort läuft dein Leben nur noch so wie du es möchtest. Du bist ganz auf dich alleine gestellt. Du wirst von deinen Eltern keine Unterstützung mehr erhalten und du wirst später auch nicht den dir zustehenden Teil von ihnen erben. Du möchtest ein anderer Mensch sein? Du kannst dich den Vorgaben der Spießer nicht anpassen? Nun gut, zeige dir selbst, dass du das kannst“.
Das Lied ist aus. Ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit durchströmt meinen Geist. Ich fühle keine Enttäuschung oder Verbitterung sondern nur noch großes Selbstvertrauen und Neugier auf die Zukunft mit Daggi (die ich im Sommer erst kennen gelernt habe).

Analyse:
Das war der magische Moment indem aus einem unreifen, versponnenen Tee-nager ein selbstbewusster junger Mann wurde. Diese Vision hat mich mit po-sitiver Energie aufgetankt. Es wird mich nie wieder jemand gegen mein Gefühl beeinflussen können.

21. Februar. Mitteilung von der Marienschule (Realschule), Tyler ist in die Jahr-gangsstufe 5 aufgenommen.

24. Februar neues Auto gekauft. Peugeot 307.

Februar/März mehrere Treffen Orga-Team für die Planung des dritten Klassentreffens.
18. März alle Einladungen für das Klassentreffen am 14.11.2014 versendet.

März/April mit Blick auf den Schulwechsel für Tyler nach den Sommerferien und den damit verbundenen längeren Unterrichtszeiten wird er auf neue Medikamente umgestellt.

18. April   Tagestour mit Tyler nach Amsterdam. Grachtenrundfahrt und Nemo.

8. Mai  das Wetter ist so lala Temperaturen um die 12-17 grd und viel Regen.

8. Mai  die Rückmeldungen für das Klassentreffen sind in vollem Gange. So wie 
    es aussieht werden mehr als 20 Personen kommen.

Mai   es finden verstärkt Überlegungen zum Haus statt, wie es weitergeht wenn ein Ehepartner verstirbt.

Wettermäßig ist der gesamte Mai eine Katastrophe, zu kalt und sehr viel Regen. Wir haben bisher kaum einmal einen Tag im Garten verbringen können.

1 Juni,  Micha fährt morgens zu seinem ersten Urlaub in diesem Jahr nach Südtirol. Er wird für 12 Tage (bis zum 12.6) dort bleiben.

Ich selbst fühle mich nicht so gut. Ich habe seit mehreren Wochen starke Schmerzen in der rechten Schulter. Ein Termin beim Orthopäden ist für den 5. Juni vereinbart.
5. Juni, wurde beim Orthopäden geröntgt. Befund: Entzündung im Schultergelenk sowie Kalkablagerungen. Habe eine Spritze bekommen.

7. Juni  Heizung abgeschaltet, nur Badewasser.

13. Juli, wir ‚(Jan, Tyler, Biggi, Daggi und ich) fahren in den Fischen-Urlaub.
Super Urlaub. Mit dem Wetter großes Glück gehabt. Viel unternommen.


















Juli, nach unserem Urlaub ist der Rest vom Monat Juli und leider auch der ganze
August verregnet.

Es werden alle Materialien für Tylers Schulwechsel besorgt. Wir haben zusammen eine Probefahrt mit dem School&Fun-Ticket gemacht und sind den Weg von der Schule bis nach Warden zu Fuß abgegangen.

Mitte August, Tyler freundet sich mit den beiden Mädchen Dana und Michelle (die Töchter von Mark, einem Arbeitskollegen von Micha) an. Es beginnt ein umfangreicher SMS-Verkehr.

Mitte August, immer noch Knatsch mit der Krankenversicherung von Tyler bei der TK. Es reicht. Wir stellen einen Antrag auf Übernahme in unsere Familienversicherung bei der Knappschaft.

20. August   Schulwechsel. Ab heute ist Tyler Schüler der Klasse 5a der Realschule, Marienschule in Mariadorf.
Jan wurde heute in die OGS-Weisweiler eingeschult.

Tyler ist rückwirkend seit dem 16. August jetzt bei der Knappschaft versichert.

Sonntag, 31. August  Micha ist auf dem Weg nach Kiel. 11:30 Uhr Micha ist in Kiel angekommen. Das Einschiffen beginnt erst um 12:00 Uhr, er ist mit Mark vorher noch etwas essen.
Die große Fahrt geht nach Norwegen in einen Nationalpark d.h. übernachten im Zelt und Selbstversorger.

Micha ist wieder aus Norwegen zurück.

Den ganzen schönen September am Wintergarten gearbeitet. Dach erstellt, Seitenwände gemauert, alles verputzt und gestrichen.




9. Oktober, Laptop für Tyler und einen Beamer bei Lapstore bestellt.

10. Oktober, Treffen im Haus Aretz, letzte Besprechung vor dem Klassentreffen am 14. November. Anwesend: Iris, Bernd, Roswitha, ich, Gerda und Franz-Josef.

Auch der Oktober war sehr schön. Lampen und Steckdosen im Wintergarten
Installiert. Der Wintergarten ist tatsächlich noch vor dem Winter fertig geworden.

In der Realschule legt Tyler einen besonders guten Start hin. Die ersten Klassen-arbeiten schreibt er: Mathe (2-), Deutsch (3-) und Englisch (1-). Bis auf die gute Verbesserung in Englisch sind das die gleichen Noten wie im letzten Grundschuljahr. Wir sind alle damit sehr zufrieden.

Im Oktober fällt der Nachbar Brehm uns für eine Trinkgeld von 50 Euro alle 6 Tannen am hinteren Gartenabschluss. Wir haben danach nur einige Tage mit dem Zerkleinern von Astwerk und Stämmen Beschäftigung aber selbst dabei helfen Herr Brehm und seine Frau mit.

November  ca: 4 Kubikmeter Mutterboden für 50 Euro von einer Baustelle im Müschekamp bekommen. Der Mutterboden wird gebraucht damit wir Teile des Gartens anheben können um eine durchgehende Rasenfläche zu bekommen.

Freitag, 14. November   Klassentreffen im Haus Aretz ab 18:00 Uhr. Ein richtig gutes Klassentreffen auch wegen der „Neulinge“ Marso, Merkelbach, Kotus, Krämer und Heidemanns. Wir haben uns darüber verständigt, dass im Jahr 2017 zum 50.ten ein besonderes Klassentreffen stattfinden soll.

November  der Dauerknatsch für Biggi mit der TK dauert nun schon fast ein Jahr.

27. November, der erste von 4 Zusatzterminen bei Frau Mertens 13:00 Uhr. Tyler muss ca. 10 Minuten vorher aus der Klasse.
Abends 19:00 Uhr Elternstammtisch bei Änni.
Verlauf wie erwartet gut. Es ist eine andere Elternklientel.

24. Dezember    Heiligabend mit Tyler, Jan, Micha, Biggi, Daggi, Flecki und ich.
Tyler hat sein erstes eigenes Laptop bekommen und sich sehr darüber gefreut.

Auftackt der Vierschanzentournee in Oberstdorf wegen starkem Schneefall und Wind einen Tag verschoben. Gewonnen hat der Österreicher Stefan Kraft vor seinem Landsmann Michael Hayböck und dem Tscheschen Peter Prevc. Bester Deutscher auf Rang 13 Severin Freund.